Entwicklungshilfe – nützlich oder schädlich?

Die meisten Menschen verbinden mit Begriffen wie Entwicklungshilfe oder Wohltätigkeitsstiftung etwas Positives. Brigitte Erler war lange Zeit im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit tätig. In ihrem Buch „Tödliche Hilfe“ warnt sie allerdings eindrücklich vor der gängigen Praxis der Entwicklungshilfe. Doch wem nützt und wem schadet die Entwicklungshilfe wirklich? Diesen Fragen geht Kla.TV in der folgenden Sendereihe nach.

KlagemuerTV vom 03.12.2017

www.kla.tv/11551

Die meisten Menschen verbinden mit Begriffen wie Entwicklungshilfe oder Wohltätigkeitsstiftung etwas Positives und sind selbst gern bereit, Hilfe zu leisten. So ging es auch Brigitte Erler, welche jahrelang für das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit tätig war. 1983 jedoch kündigte sie aus folgendem Grund ihre Arbeitsstelle:

„Ich erfuhr […] wie jede einzelne Komponente der unter meiner Verantwortung durchgeführten Projekte die Reichen reicher und die Armen ärmer machte. […]

Entwicklungshilfe schadet allen, denen sie angeblich nützen soll […].

Sie muss sofort beendet werden.“

Inwiefern halten diese überraschenden Äußerungen einer genaueren Betrachtung stand? In dieser Sendereihe werden einige Zusammenhänge rund um diese Thematik etwas näher beleuchtet.

von mv./ag.

Quellen/Links: Brigitte Erler „Tödliche Hilfe“, 15. Auflage 2011, S. 6-9, Hayit Medien Köln

Deutschlands Entwicklungshilfe auf dem Prüfstand

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit plant bis 2019 eine deutliche Steigerung der Entwicklungshilfe um ca. 2 Milliarden Euro. Gleichzeitig wirbt es bei deutschen Unternehmen für „innovative Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern”. Entwicklungsminister Gerd Müller verheißt über eine von ihm gegründete Beratungsagentur deutschen Unternehmen „neue attraktive Absatzmärkte”. Hört, hört! Wer hat denn da so großes Interesse an einer Erhöhung der Entwicklungshilfe?

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) plant eine Steigerung der Entwicklungshilfe von 8,54 Mrd. € in 2017 auf 10,3 Mrd. € bis 2019.

In wessen Interesse?

Seit 1999 läuft beim BMZ das develoPPP.de-Programm, Public-Private Partnership für Entwicklungszusammenarbeit. Dort werden deutsche Unternehmen für „innovative Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern“ geworben.

Laut Berichten des bundeseigenen Instituts DEval, Deutsches Evaluierungsinstitut für Entwicklungszusammenarbeit, profitieren von solchen Projekten allerdings viel mehr die deutschen Unternehmen als die Bevölkerung vor Ort.

Es sind hier keine positiven Einflüsse auf die Löhne oder auf privatwirtschaftliche Strukturen erkennbar. Entwicklungsminister Gerd Müller gründete zudem 2016 zur Beratung von deutschen Unternehmen die Agentur für Wirtschaft und Entwicklung, welche den Unternehmen „neue attraktive Absatzmärkte“ verheißt.

Es entsteht der Eindruck, dass die Entwicklungshilfe nicht der Stärkung armer Länder, sondern hauptsächlich der Eroberung neuer Märkte dienen soll.

von chs.

Quellen/Links:
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