Wer bedroht eigentlich wen?

Der „absolute-Machtmonopol-Anspruch“ der US-Regierung am Beispiel Koreas und Russlands

www.kla.tv/10459

06.05.2017

Aktuelle Nöte der US-Regierung: Die Bedrohung durch Nordkoreas Raketentests und die sich im Osten zusammenbrauende „existenzielle Gefahr“ Russland. Ihr scheinbar bester Lösungsvorschlag: Die weitere Verlegung gepanzerter Fahrzeuge und Truppen nach Europa.

Wieder einmal stellt sich die Frage: Wer bedroht eigentlich wen?

Sind die jüngsten Maßnahmen der US-Regierung nicht wieder Zeichen ihres „absoluten Machtmonopol-Anspruches“ – ihres Verständnisses von „Weltordnung“?

Die US-amerikanische Luftwaffe hat am Mittwoch, den 3. Mai 2017, die ballistische Interkontinentalrakete vom Typ Minuteman III erfolgreich getestet.

Dies teilten das US-Nachrichtenmagazin „Time“ unter Verweis auf den Pressedienst der US-Luftwaffe und ebenso die russische Nachrichtenagentur Interfax mit. Der Start fand auf dem Luftstützpunkt Vandenberg im US-Bundesstaat Kalifornien statt.

Der Sprengkopf der Rakete flog 6.700 Kilometer weit und stürzte über dem Pazifischen Ozean in der Nähe der Marshallinseln ab. Die Interkontinentalrakete Minuteman III bildet den Kern der US-Atomstreitkraft.

Insgesamt verfügen die Vereinigten Staaten über 450 solcher Raketen, die stetig modernisiert werden. Sie sind fähig, Ziele in einer Reichweite von 12.000 Kilometern zu treffen, so Interfax.

Bereits eine Woche zuvor, am 28. April 2017, hatten die USA eine interkontinentale ballistische Rakete, die mit nuklearen Sprengköpfen ausgerüstet war, getestet. Die Rakete traf das Prüfgelände auf dem Atoll Kwajalein im südlichen Pazifik, rund 4.200 Kilometer vom Startplatz entfernt.

Wegen ähnlicher Raketentests der nordkoreanischen Streitkräfte in der jüngsten Vergangenheit hatte die US-Regierung einen Erstschlag ihrer Streitkräfte gegen Nordkorea erwogen und für den Fall angekündigt, dass Nordkorea seine Raketentests fortsetzt.

Es heißt, die US-Regierung fühle sich durch Nordkorea „bedroht“.

Die Situation auf der Korea-Halbinsel hat sich in den letzten Monaten wegen der von Nordkorea unternommenen Raketenteststarts und der Gerüchte um einen möglichen erneuten Atomtest extrem zugespitzt. Doch wer sich tatsächlich durch wen bedroht fühlen muss, stellten wir in unserer Sendung „Nordkorea – was es heißt, die USA vor der „Haustür“ zu haben (Film „Korea – Verbrechen im vergessenen Krieg“)“, vom 21. April 2017, ins rechte Licht [siehe http://www.kla.tv/10352%5D.

Aber nicht nur bzgl. Nordkorea gibt es eine krasse Verschiebung in der Darstellung, wer eigentlich wen bedroht.

Der NATO-Oberkommandierende für Europa, General Curtis M. Scaparrotti, sprach sich vor dem zuständigen US-Senatssauschuss für die weitere Verlegung gepanzerter Fahrzeuge und Truppen nach Europa aus. Als Grund nannte er die „Notwendigkeit, Russland einzudämmen“ und beschuldigte dabei Russland, die regionale und globale Sicherheit zu gefährden. Wörtlich sagte der NATO-General: „Aktuell sehen wir uns mit dem dynamischsten strategischen Umfeld in Europa konfrontiert. Im Osten hat sich ein wieder aufstrebendes Russland vom Partner zum Gegner gewandelt. Dabei untergräbt es die vom Westen geführte internationale Ordnung und macht seine Ansprüche als globale Macht geltend.“

Der frühere Oberkommandierende des strategischen NATO-Kommandos Europa (SACEUR), Philip Breedlove, hat Russland eine „existenzielle Gefahr“ für die USA, deren Verbündete und die gesamte Weltordnung genannt.

Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, reagierte auf den Appell des ehemaligen SACEUR-Oberkommandierenden Philip Breedlove mit den Worten:

„Das Ziel all dieser diplomatischen Erklärungen ist es, die Steuerzahler der NATO-Länder davon zu überzeugen, ihr Geld für die Stationierung und Verpflegung von, vor allem, US-Militärs in Europa lockerer auszugeben.“

Im März 2017 begann die Stationierung von 800 britischen Soldaten in Estland.

Deutschland wiederum entsandte Truppen und Panzerfahrzeuge nach Litauen. Anfang April wurden 1.350 Soldaten in das nordöstliche Polen verlegt.

Russland verwahrt sich gegen das Argument, es bedrohe andere Staaten und kritisiert seit längerer Zeit die NATO-Ausbreitung in Osteuropa.

Dazu erklärte der russische Botschafter in Großbritannien, Alexander Jakowenko: „Wir verurteilen diese Stationierungen, die entlang der Grenze zwischen der NATO und Russland zu Spannungen in Europa führen.

Russland stellt keinerlei Bedrohung für Estland oder irgendein anderes NATO-Mitglied dar.“ Wenn man sich nüchtern das extreme Militärungleichgewicht vor Augen führt, nämlich dass die Militärausgaben der russischen Föderation im Jahr 2016 nur knapp über dem lagen, was allein die BRD für eigenes Militär und das auf deutschem Territorium stationierte US-amerikanische und britische Militär ausgaben, erscheinen die Aussagen der US-amerikanischen Militärexperten bzgl. einer russischen Bedrohung geradezu lächerlich bzw. äußerst erschreckend. Denn die US-Administration duldet ganz offensichtlich keine Machtentfaltungen neben sich, egal welchen Landes, und beansprucht unverhohlen die absolut alleinige globale Führung. Das ist dann „ihr“ Verständnis von Weltordnung.

von hm.

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